FritzNAS? FritzWas?
NAS heißt “Network Attached Storage“. Das bedeutet im Klartext nur so viel wie “über Netzwerk angeschlossener Speicher”. In welchem Format und welches Protokoll (Samba, CIFS, NFS, AFP usw.) genutzt wird, ist hiermit noch nicht gesagt. Klar ist nur, dass der Speicher über Netzwerk erreichbar und von (mehreren gleichzeitig) Clients genutzt werden kann.
Die FritzBox’en bieten seit einiger Zeit eine einfache, aber ganz gute (leider mit JAVA Applet verseuchte) Oberfläche, mit der man per Webbrowser auf die auf einem an der FB angeschlossenen USB Stick oder Platte befindlichen Daten zugreifen kann. Hierdrüber hat man einen recht einfachen und komfortablen Zugriff auf diese Daten, kann diese herunterladen, neue abspeichern, ansehen usw. Dateien kann man sich direkt hierdrüber ansehen, mit Drag&drop Dateien hoch- bzw. herunterladen. (more…)
FritzNAS? FritzWas?
NAS heißt "Network Attached Storage". Das bedeutet im Klartext nur so viel wie "über Netzwerk angeschlossener Speicher". In welchem Format und welches Protokoll (Samba, CIFS, NFS, AFP usw.) genutzt wird, ist hiermit noch nicht gesagt. Klar ist nur, dass der Speicher über Netzwerk erreichbar und von (mehreren gleichzeitig) Clients genutzt werden kann.
Die FritzBox'en bieten seit einiger Zeit eine einfache, aber ganz gute (leider mit JAVA Applet verseuchte) Oberfläche, mit der man per Webbrowser auf die auf einem an der FB angeschlossenen USB Stick oder Platte befindlichen Daten zugreifen kann. Hierdrüber hat man einen recht einfachen und komfortablen Zugriff auf diese Daten, kann diese herunterladen, neue abspeichern, ansehen usw. Dateien kann man sich direkt hierdrüber ansehen, mit Drag&drop Dateien hoch- bzw. herunterladen.
Das ist natürlich schön. Aber halt erstmal nur über den Webbrowser nutzbar. Der Zugriff über seinen Rechner über das "normale" Dateisystem wäre schöner. Und das geht seit langer Zeit über die Freigabe als Samba/ CIFS Speicher. Diese Freigabe kann im Netzwerk per Samba/CIFS anderen Rechnern und Geräten zur Verfügung gestellt werden. Somit kann ein zentraler Speicherplatz im Netzwerk Daten für alle vorhalten.
Nun habe ich keinen Windows-Rechner sondern nur UNIX bzw. Linux basierte Rechner in meinem Netz. Samba, als eigentlich windowsbeheimatetes Protokoll, wird jedoch schon seit Jahren fast ohne Probleme auch unter Linux unterstützt. Hierdrüber kann man sich nun auch von seinem Linux/ Mac/ UNIX Rechner Zugriff auf den Speicher der Fritzbox herstellen und diesen gemeinsam nutzen.
Im Folgenden setze ich die Standard-IP der Fritzbox 192.168.178.1 ein. Hat man diese verändert, muss die natürlich passend geändert werden. Aber das muss ich jemandem, der vom Linux mounten möchte ja nicht wirklich schreiben ;-)
Als OS setze ich ein Ubuntu Linux ein. Die Beschreibung lässt sich allerdings auf jedes andere Linux übertragen...
NAS Freigabename (AVM Sprech: "Heimnetzfreigabe") anpassen
Hat man also kein Interesse, den von AVM vorgegebenen Namen für die Freigabe zu verwenden kann man diesen seinen Wünschen entsprechend anpassen. Der Name für die NAS Freigabe lässt sich über die Konfigurationsoberfläche der FritzBox unter
Heimnetz -> Speicher (NAS) -> Heimnetzfreigabe
einstellen bzw. verändern. Im Folgenden nenne ich diese Freigabe fritzbox-nas.
Nun sollte man diesen geänderten Namen im Netzwerk finden können. Mac (im Finder) und Ubuntu & Co. ("mit Server verbinden") zeigen einem diesen an.
Mounten (nicht permanent) auf der Konsole
Um "nur mal temporär" den Speicher der FritzBox 7270 zu mounten müssen zwei Dinge vorhanden sein: Der Freigabe-Name (siehe oben) der FB muss bekannt sein und ein Ziel, wohin der Speicher gemountet werden kann, muss existieren.
Auf dem Rechner befindet sich ein Verzeichnis /media/fritzbox-nas. Hierher soll die Freigabe der FritzBox gemountet werden:
Linuxrechner$ # sudo mount -t cifs -o guest //192.168.178.1/fritzbox-nas /media/fritzbox-nas/
(Hiermit wird die NAS-Samba-Freigabe von der FritzBox mit der IP 192.168.178.1 nach /media/fritzbox-nas gemountet.)
Der Samba (bzw. CIFS) Speicher wird gemountet und steht dem Rechner "lokal" zur Verfügung. Wir prüfen den erfolgreichen Mountvorgang durch einen Aufruf von mount auf der Konsole. Die Ausgabe zeigt einen Mountpoint mit Ziel /media/fritzbox-nas, dem genutzten Protokoll und weiteren Datei-/ Zugriffsoptionen (hier biespielsweise read-writable):
Linuxrechner$ # mount
.... [andere Mounteinträge] ....
//192.168.178.1/fritzbox-nas on /media/fritzbox-nas type cifs (rw,mand)
Ein df -h zeigt einem die Größe des Speichers und die verfügbare Kapazität an. Die Freigabe kann genutzt werden.
Man kann nun mit einem cd /media/fritzbox-nas/ in das Wurzelverzeichnis der Freigabe wechseln und auf dortige Verzeichnisse/ Dateien zugreifen. Die USB Festplatte/ der USB Speicherstick werden nun mit dem zugehörigen Namen angezeigt. Die anderen Verzeichnisse sind vom System der FB genutzt.
Automatisches mounten per fstab
Funktioniert die Freigabe wie gewünscht lässt sich der Speicher auch "dauerhaft" mounten. Startet der Rechner, so wird der Speicher automatisch eingebunden. Dieses wird durch einen Eintrag in der Datei /etc/fstab erledigt. Steht der Eintrag in der fstab, so kann über einen mount /media/fritzbox-nas bzw. umount /media/fritzbox-nas die Freigabe eingebunden bzw. wieder freigegeben werden.
Der Eintrag in der fstab muss so aussehen:
//192.168.178.1/fritzbox-nas /media/fritzbox-nas cifs guest,noauto 0 0
(alles in einer Zeile stehend!)
Hierdrüber kann man den Speicher der FritzBox über
Linuxrechner$ # sudo mount /media/fritzbox-nas
auf der Konsole mounten.
Soll der Speicher beim Booten automatisch gemountet werden ändert man die Option noauto in auto. Somit wird beim Booten der Speicher der FritzBox automatisch dem Dateisystem hinzugefügt und kann genutzt werden, ohne dass man diesen händisch hinzufügen muss.
Natürlich lassen sich auch die einzelnen Verzeichnisse jeweils einzeln nach Bedarf in der fstab einstellen und können einzeln für unterschiedliche Bedürfnisse gemountet werden.
Ein Vorteil: Skriptfähigkeit
Durch den Zugriff auf den FB Speichers durch einen Linux Rechner ergibt sich auch die Möglichkeit, diesen Speicher scriptgesteuert zu nutzen. Beispielsweise kann man nun per rsync & Co. auf diesen Speicher zugreifen und Daten speichern, verändern bzw. auch löschen, Backups auf sein Strato HiDrive ablegen usw.
Ein weiterer Vorteil: automatische Backups vom (Fax-)Speicher
Nicht nur Daten sondern auch eingegangene Faxe lassen sich nun automatisch sichern bzw. in seinen normalen Datenspeicher einsortieren.
Eingegangene Faxe werden auf dem Speicher der FB abgelegt. Schaut man beispielsweise in
/media/fritzbox-nas/(USB-Speichername)/FRITZ/faxbox
Hierdrüber kann man nun seine als PDF gespeicherten Faxe abrufen. Und natürlich auch kopieren. Ein kleines Skript könnte beispielsweise die Faxe anhand der im Dateinamen hinterlegten Anrufernummer automatisch in passende Verzeichnisse auf seinem normalen Storage ablegen. Oder einfach nur zusätzlich zum backup'pen.
Das eigene Skript könnte also stündlich das "Faxverzeichnis" auf dem Speicher prüfen und ein neues PDF anhand der Nummer im Dateinamen in ein passendes Verzeichnis auf dem eigenen Rechner ablegen. Das setzt natürlich voraus, dass man häufiger von dieser Faxnummer Faxe erhält und die Nummer bekannt ist und übertragen wird....
Weitere Vorteile: Internet-WebDAV-Speicher (HiDrive & Co.)
Hat man die NAS Freigabe der FritzBox auf seinem Rechner gemountet, so steht einem am Rechner auch gleich ein auf der FB per WebDAV gemounteter "Internet-Speicherplatz" (also beispielsweise Strato HiDrive usw.) zur Verfügung und muss nicht zusätzlich auf dem Rechner gemountet werden. Die FritzBox stellt also die Verbindung zum Internet-Speicherdienst her und mountet diesen in die Freigabe als "Online-Speicher".
Nun kann man direkt unter /media/fritzbox-nas/Online-Speicher den WebDAV Speicher nutzen. Also muss sich nur ein Client per WebDAV anmelden und gibt diesen Speicher wiederum an andere Clients im LAN weiter. Spart den Aufwand der Einrichtung auf jedem Client.
Weitere Vorteile: DLNA Medien-Streaming
Neben der Freigabe per Samba/ CIFS können die Daten ebenfalls per DLNA abgerufen werden. Neuere Fernseher und andere Media-Boxen verbinden sich quasi automatisch mit dem FritzBox NAS und spielen die darauf befindlichen Daten ab. Die FritzBox liefert somit die Video-, Bild- oder Audiodaten als "Mediensammelbox" an entsprechende Geräte aus, die diese per Streaming wiedergeben können.
Und natürlich kann auch ein Smartphone mit DLNA Freigaben umgehen. Ohne viel Aufwand ist ein passender DLNA Client für das iPhone gefunden (Beispielsweise: Media Link Player Lite) und installiert. Nach dem Starten findet die App die im LAN befindlichen DLNA Freigaben automatisch. Die auf dem DLNA Speicher (also der FritzBox) befindlichen Mediendaten werden, unterteilt in Filme, Musik und Bilder, im Client zur Auswahl und Widergabe gestellt. Hierbei ist es relativ unerheblich, in welchem Verzeichnis die Mediendaten gespeichert werden. Auf dem USB Speicher kann man sich verschiedene Ordner anlegen, die vom DLNA Client sortiert in der passenden Kategorie angezeigt und zur Auswahl angeboten werden.
MP3, Filme und Bilder werden vom Client nun wiedergegeben (sofern das Format unterstützt wird). Die große Musiksammlung gelangt hierdrüber ohne viel Aufwand auf das iPhone und belegt auf diesem keinen Speicher....
In der gemounteten Freigabe kann man einfach mal im Verzeichnis /media/fritzbox-nas/(USB-Speichername/ ein Verzeichnis Musik anlegen und in dieses ein paar MP3s ablegen. Nach einiger Zeit warten hat die FritzBox diese in die interne Medien-Datenbank übernommen und der DLNA Client zeigt die MP3s in der Musikauswahl an.
Was hat das nun mit Samba/ CIFS zu tun?
Nun ja. Irgendwie müssen die Daten ja auf die FritzBox gelangen. Hat man sich seinen Speicher auf der FritzBox am Rechner gemountet kann man damit die Mediendaten einfach und unkompliziert vom Rechner auf die FritzBox bewegen. Ein kleines Skript geschrieben, welches die MP3s nach Wunsch (Playlist o.ä.) vom Rechner auf die FritzBox bewegt. Oder man möchte für einen speziellen Fall nur ein paar Dateien anderen DLNA fähigen Clients (Fernseher, Spielekonsole usw.) freigeben ohne sich auf der FritzBox durch Unmengen an Daten klicken zu müssen.
Die Vorauswahl an MP3s wird auf der FritzBox hinterlegt, das iPhone zur Wiedergabe genutzt. Die Musik kommt somit per WLAN "over the air" in das iPhone. Dieses an einen passenden Verstärker angeschlossen findet wiederum den Weg in die Anlage (sofern diese nicht auch schon DLNA fähig ist).
Schöne neue Technikwelt ;-)
Leider kann der Client nicht mit allen bekannten Medien-Filmformaten umgehen. Die Auswahl ist doch recht überschaubar. Man sollte sich also nicht wundern, wenn man die Filme nicht alle wiedergeben kann.
Was wäre noch besser?
Ideal wäre es: Die Freigabe auch per NFS. Das zugrundeliegende Betriebssystem einer FritzBox ist ein angepasstes Linux. Leider bietet die FritzBox nicht von Haus aus eine Freigabe per NFS. Dieses Protokoll ist unter Linux/ UNIX ein ideales Netzwerkprotokoll und ist in quasi jeder Distribution direkt mit drin. Warum baut AVM nicht einfach dieses Protokoll mit ein? Damit hätte man direkt von jedem LInux-Rechner einen Zugriff auf den Speicher. Wozu also der Umweg über Samba/ CIFS?
Man kann nur hoffen, dass AVM in einer der kommenden Firmware-Versionen diese Unterstützung nativ einbaut.